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Tätigkeiten

Sonntag, 24. August 2008

All That Jazz

Gestern war ich sehr mutig. Ich wohne ja mitten in der Stadt, und hier wird man quasi dauerbeschallt, vor allem natürlich am Wochenende, ob man das denn will oder nicht. Ich kam also gestern Abend von der Arbeit nach Hause und fand mich schon mitten im "Ein Stern, der deinen Namen trägt"-Wahnsinn wieder. Da kam mir in den Sinn, dass ebenfalls in dieser Stadt Jazz gespielt wird. Draussen. Ich bin jetzt zwar nicht gerade der grosse Jazz-Fan, aber es ist doch eine sehr willkommene Alternative zum Schwachsinn, welchen man eben hier dauernd zu hören kriegt.

Ich bin dann - nach ein paar vergeblichen Anläufen - aus dem Haus und auf diesen Platz gegangen, und da spielten sie tatsächlich beruhigend gute Musik. Es sang eine Frau aus New Orleans, Lilian Irgendetwas. Den Vornamen konnte ich mir merken, weil ja Lilian Thuram auch Lilian heisst, und so konnte ich mir erfolgreich eine Eselsbrücke bauen. Also immer, wenn ich mich wieder gefragt hatte, Mensch, wie heisst sie jetzt schon wieder, dachte ich an Lilian Thuram, und schon war der Name wieder da. Also der Vorname, zumindest. Leicht verwirrt war ich dann, als ich statt an Thuram an Claude Makelele dachte und partout den Zusammenhang zur Sängerin nicht herstellen konnte.

Gut. Irgendeinmal wurde es dann aber sehr kalt und mein Rücken tat vom langen Stehen weh, und als die Frau, Lilian, dann ein todtrauriges Lied sang und dabei debildegenmässig dauergrinste, zog ich irritiert von dannen, legte mich daheim in die Badewanne, trank ein Glas Rotwein und hörte Miles Davis' "Kind of Blue". Meinen Jazz-Bedarf habe ich nun zumindest bis Ende Jahr gestillt. Definitiv.

Was ich damit sagen will? Keine Ahnung. Vielleicht wollte ich einfach meine Freude, dass ich mich aus dem Haus getraut habe, mit jemandem teilen. Ist ja eigentlich auch egal.
Ich gehe jetzt Fussball schauen.