Mi vida

Dienstag, 8. September 2009

Bim Coiffeur

Morgen gehe ich zum Coiffeur.

Normalerweise wäre das ja keine sonderlich sensationelle Neuigkeit. Nur, bei mir ist es eben so, dass ich schon sehr sehr sehr lange nicht mehr dort war. Spiegel, Coiffeurgestühl, das metaphysische Gruseln, das einen dort packt, usw. Als ich beim letzten Verlassen des Coiffeurgeschäfts zudem in etwa so aussah (man muss sich jetzt einfach die Brille wegdenken):



dachte ich mir, jetzt ist genug. Das kann ich auch selber. Nur geht das halt nur eine Weile gut, dieses Selberschneiden. Und diese Weile, muss ich sagen, ist bei mir schon sehr lange vorbei. Jetzt gehe ich eben morgen zum Coiffeur und schaue, ob auf meinem Kopf noch irgendetwas zu retten ist.

Ich habe mich übrigens nicht selber angemeldet. Eines Tages kam Mama nie zu mir und sagte, du hast dann einen Termin bei meinem Coiffeur. Sowas nennt man einen Wink mit dem Zaunpfahl, glaube ich. Oder viel eher Einen-Ganzen-Gartenzaun-Um-Die-Birne-Hauen.

Edit: Ich habs überlebt. Und die Coiffeuse hat sogar meine Haarschneidekünste gelobt. Das sei im Fall gar nicht so schlecht, sagte sie. Ha.

Samstag, 8. August 2009

To iPhone, Teil 2

Da ich ja in Bälde umziehe, dachte ich, gehe ich mal bei diesem Swisscom-Shop vorbei und teile den Menschen dort mit, dass ich bald eine neue Adresse habe. Bei dieser Gelegenheit – so lautete natürlich mein Hintergedanke – könnte ich mich ja, falls mich der Mut nicht verlässt, gleich mal unverbindlich über das iPhone informieren.

Ich erzählte dann also der doch recht sympathischen Lehrtochter, dass ich umziehe, sie fragte nach der neuen Adresse, tippte kurz ein bisschen rum und erzählte dann freudestrahlend: "So, fertig!" Weil wir Schweizer ja ein bisschen eine primitive Sprache haben und nicht so viele Zeiten kennen, hat sie wohl mein "ich zügle" als "ich zügle JETZT GERADE und habe auch noch Zeit, im Swisscom-Shop vorbeizuschauen" verstanden und das Ganze schon auf meine natürlich noch leerstehende neue Bleibe umgeleitet. Ich erklärte ihr dann, dass ich eben erst in einer Woche umziehe und berufeshalber in meinem Noch-Zuhause auf Internetanschluss angewiesen sei (heja, ich konnte schliesslich nicht sagen, dass ich ab heute Abend Ferien habe und die Woche ohne Internet vermutlich nicht überleben würde, nicht wahr). Sie sagte dann, ups, sie hätte vergessen, nach dem Datum zu fragen, telefonierte ein bisschen herum und sagte dann, es würde jetzt wie abgemacht klappen.

Weil ihr das peinlich war und mir sowieso im Allgemeinen immer alles peinlich ist, waren wir peinlichkeitsmässig auf dem gleichen Niveau, und deshalb fragte ich sie gleich nach dem iPhone und wie das dann mit meinem Vertrag gehen würde. Das stellte sich erfreulicherweise als extrem unkompliziert heraus, und weil ich eben nur äusserst selten auf unkomplizierte Situationen stosse, habe ich das Ding gleich bestellt. Sie sagte dann noch, dass es rund 20 Tage dauern würde, bis es da sei, es aber wegen der grossen Nachfrage eher "ein bisschen länger dauern wird. Hihi." Ich sagte dann auch "Hihi" sowie "Danke und Adiö", und jetzt warte ich dann mal 20 Tage auf mein iPhone. Oder auch ein bisschen länger. Hihi.

Montag, 3. August 2009

To iPhone or not to iPhone?

Zugegeben: Bisher habe ich Leute, die dauernd mit ihren Handys rumspielen, eher etwas belächelt. Ich bin immer stolz darauf gewesen, dass ich das Mobiltelefon hauptsächlich zum Mobiltelefonieren brauche. Da ich jetzt eben das Telefonieren im Allgemeinen - ob mobil oder nicht, ist relativ egal - ausserordentlich hasse, kommt es halt logischerweise dazu, dass ich beispielsweise in Halbzeitpausen bei Fussballspielen jeweils die einzige in meiner Umgebung bin, die nicht auf dem Handy herumtippt. Früher, pflege ich dann jeweils zu mir selber zu seufzen, früher hat man in der Pause noch über das Gesehene geredet. Ohne Telefone.

Gestern jedoch wohnte ich der Super-League-Partie Young Boys gegen Grasshoppers bei. Als der Totomat die 1:0-Führung Basels gegen Luzern bekannt gab, stellte ich die eher rhetorisch gemeinte Frage, ob wohl Frei das Tor erzielt hätte. Da zückte die Sitznachbarin ihr neues iPhone, fingerte mal kurz ein bisschen darauf rum, präsentierte mir das Display und sagte, nein schau, es war Streller. Zu sehen war - der Teletext.

Das, also nicht das Tor Strellers, sondern, dass sie mir eben mal auf ihrem Handy den Teletext präsentierte, liess mir keine Ruhe, und als dann Schiedsrichter Massimo Busacca während der Sintflut zur verfrühten Halbzeitpause pfiff, zeigte mir die Sitznachbarin in einer Kurzfassung, was ihr iPhone alles kann. Meine Reaktion fiel - und ich gebe mir wirklich mühe, das so distinguiert wie möglich auszudrücken - ungefähr so aus: OMFG SO GEIL ICH WILL AUCH SO EINS HABEN JETZT SOFORT DANKE!!!!111!

Da ich nun aber nicht das Vreneli Müller aus Trubschachen, sondern die nie bin, stellen sich mir auf dem potenziellen Weg zum iPhone diverse Hindernisse in denselben. Erstens ist da die Swisscom-Sache, soll heissen: Ich habe bereits einen Mobiltelefonvertrag mit Swisscom, über den, da ich keinen Festnetzanschluss habe, auch gleich mein Internet läuft, irgendwiekeineAhnungsowasinderArt, und da müsste ich in den Swisscom-Shop gehen und sagen, hallo, ich hätte gerne ein iPhone, und das würde vermutlich furchtbar kompliziert werden, weil ich keine Ahnung von dem Zeug habe, und genau das würden dann die Verkäufer merken. Kurz: Dieser Schritt würde die Höchststufe meiner Interaktionsfähigkeit mit anderen Menschen bei weitem überschreiten.

Ausserdem - und ich glaube, das lässt meinen Traum eines iPhones definitiv und endgültig platzen - musste ich feststellen, dass eben ein iPhone vermutlich nicht in meinen tollen YB-Handy-Halter passen würde.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Von Jubiläen

Ich feiere dieses Jahr ja Jubiläum. Gut, das war jetzt eigentlich völlig falsch, denn erstens feiere ich nicht, und zweitens ändert sich diesmal einfach beim Alter nicht nur die hintere, sondern auch gleich noch die vordere Zahl.
Als sich Mama nie unlängst bei mir erkundigte, was ich mir denn wünschte zu diesem Jubiläum, war sie mit meiner Standardantwort - "ein Buch wäre schön oder aber auch ein Büchergutschein" - nicht sehr zufrieden. Sie fand, ich müsse mir doch irgendein Andenken wünschen, und als ich sie fragte, was sie sich genau unter einem Andenken vorstellte, wusste sie auch nicht wirklich eine Antwort. Meinen Vorschlag, ich könne ja vom Spiel, das an diesem Tag stattfindet, ein Matchprogramm - eben als Andenken - mit nach Hause nehmen, fand sie dann auch nicht sehr toll. Wir haben uns schliesslich darauf geeinigt, dass sie mir, wenn ich mir dann hoffentlich bald ein neues Fahrrad kaufe (wenn ich eine neue Bleibe habe. Dazu hoffentlich später mehr. Sie dürfen mir aber durchaus die Daumen drücken.), dann vielleicht die passende Klingel dazu kauft.

Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass ich meinen Geburtstag mit den derzeit berühmtesten Fussball-Zwillingen der Schweiz teile. Ha. Haha.

Sowieso: Das wahre Jubiläum feiere ich erst im nächsten Jahr. 2010 wird es nämlich 20 Jahre her sein, dass ich das erste Mal ein YB-Spiel im Wankdorf besuchen durfte. Mama nie glaubte damals nämlich, dass ich, wenn sie mich mal ins Stadion lässt, dann bestimmt bald das Interesse verlieren würde am Fussball. Schliesslich hätte ichs ja dann mal gesehen. Ich sass dann aber anno 1990 in diesem seltsamen Stadion auf dem morschen Holzbank, YB gewann 3:0, entweder gegen Luzern oder Lugano (kann man das irgendwo nachschauen, also online?), und irgendwie war das alles das Tollste, das ich je gesehen habe. Die Fortsetzung kennen wir: Das Stadion ist längst weg, aber ich bin immer noch da. Und ich wüsste auch nicht, wo ich sonst hingehen sollte.

Und unter uns gesagt: Mama nies Plan, dass ich nach dem einen Stadion-Besuch dann vielleicht das Interesse verlieren würde - also irgendwie ist der nicht so ganz aufgegangen.

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