Züri West gehört zu den wenigen Bands, von denen ich mir jedes Album kaufen werde, das irgendwann mal herauskommen wird. Halt einfach, weil mich die Musik der Mannen um Sänger und YB-Beirat Kuno Lauener schon seit vielen, vielen Jahren begleitet. Deshalb habe ich mir heute auch die neue CD
Haubi Songs geleistet, und nach dreimaligem Hören (zum Bügeln, zum Abendessen - Chicken-Noodle-Suppe von Knorr, äusserst empfehlenswert - und vorhin intensiv mit Kopfhörer und Wein, hauptsächlich auf die Texte achtend) kann ich sagen, dass es genau die Art Album ist, die ich im Moment brauche: Grösstenteils eher leise und nachdenklich.
Wie die Single,
Fische versänke: am Anfang kommte ich überhaupt rein gar nichts mit dem Lied anfangen, aber im neuen Jahr, diesem äusserst bescheidenen 2008, ist
Fische versänke mein ständiger Begleiter, weils hat gerade sehr gut passt. Und mit dem Album gehts mir irgendwie genauso.
i hocke u hocke
u dänke u dänke
probiere probiere
Fische versänke
es glingt mr nid
nei es glingt mr nid
Fische versänke
Los gehts mit
05:55 und einer Situation, die jeder kennt: Schlaflose Nacht, man wälzt sich im Bett hin und her und schaut ständig auf das Wecker-Display.
Ei einzigi Sekunde beschreibt auf beängstigend genaue Weise einige Ängste, die ich derzeit mit mir herumschleppe. Sehr sympathisch finde ich den Titelsong und
Schpinnele okay. Ich persönlich finde Spinnen zwar alles andere als okay, aber in diesem Song gehts ja vermutlich eher um allgemeine Ängste gegenüber vermeintlich Bedrohlichem, Fremdem. Ebenfalls sympathisch finde ich den Hidden Track. Normalerweise bin ich ja äusserst allergisch gegen Hidden Tracks, weil ich den Sinn davon nicht ganz verstehe. Aber auf
Haubi Songs muss man nur etwa 25 Sekunden darauf warten, und wie gesagt: es lohnt sich.
u am viertu vor Füfi
isch'r fertig mit dr Schicht
u när louft'r dür e Bahnhof
dene Lüt entgäge
u wenn'r jitz e Maske hätt
vo irgend em ne Gsicht
wo dr gliich Job hätt wie är
aber drzue no es Läbe
de wär das dr Momänt
won'r sech so eini würd wünsche
aber Maske git's nume vo Tier
u vo berüehmte Mönsche
Vo Tier u vo berüehmte Mönsche
Züri West schaffen es ausserdem immer, ganz tolle Cover-Versionen von ganz tollen Songs aufs Album zu packen. Bei
Aloah from Züri West wars David Bowies
Quicksand, diesmal ist es Robert Palmers
Johnny & Mary, bisher mein Favorit auf dem Album, weil man sich halt am Anfang an die Sachen hält, die man bereits kennt und mag.
26 Schtung oder zwe klingt völlig nach einem typischen Züri-West-Song, ist aber natürlich einfach die berndeutsche Version von
Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In). Etwas mehr Mühe habe ich derzeit mit
Es Blatt im Wind, weil das irgendwie zu Rumpelstilz gehört und (noch) nicht zu Züri West.
u isch d'Liebi nid wie ne Cherze
sie brönnt abe u wird chlii
Es Blatt im Wind
Fazit: Dazu ist es nach dreimaligem Hören, und davon nur einmal so richtig intensiv, sicher noch zu früh. Aber wie gesagt: es ist genau die Art Album, die ich im Moment hören will, die CD tut mir sehr gut, und sie wird ganz bestimmt noch sehr lange im Player bleiben. Und wer es derzeit ebenfalls gerne etwas ruhiger und nachdenklicher hat, der ist sicherlich gut bedient mit
Haubi Songs.
nie - 15. Jan, 00:12