Festgehaltenes

Dienstag, 5. August 2008

...

At moments like this (when found out a friend was getting married, Anm. Red.) I envy those who have found a safe haven, in which to bestow their hearts; or perhaps I envy them for having a heart to bestow. I often feel that I myself am without one, and possess in its stead merely a heart-shaped stone; and am therefore doomed to "wander lonely as a cloud," as Wordsworth has put it.

Alias Grace - Margaret Atwood
Letter from Dr. Jordan to Dr. Murchie

Dienstag, 24. Juni 2008

Satz des Tages (oder des Jahres, viel eher)

Eine Arbeitskollegin gerade eben zu mir:

"Hat dir schon jemand gesagt, dass du Carla Bruni gleichst?"

Nein, ich glaube, ich würde mich definitiv daran erinnern, falls das tatsächlich schon jemand getan hätte.

Dienstag, 5. Februar 2008

Verlorene Ehefrauen

Treebeard: "(...) But there were never many of us [Ents] and we have not increased. There have been no Entings - no children, you would say, not for a terrible long count of years. You see, we lost the Entwives."
"How very sad!" said Pippin. "How was it that they all died?"
"They did not die!" said Treebeard. "I never said died. We lost them, I said. We lost them and we cannot find them."
Lord of the Rings: The Two Towers von J.J.R. Tolkien.

Herrlich. ;)

Sonntag, 6. Januar 2008

Bridget Jones und die Tories



Es war eine sehr gute Idee, über die Festtage die beiden Bridget-Jones-Bücher (1/2) zu lesen. Nicht besonders anspruchsvolle, aber dennoch sehr tolle Unterhaltung. Eines ist allerdings beängstigend: Vor etwa fünf Jahren, als ich die Bücher zum ersten Mal gelesen habe, fand ich ihr Leben und ihre Alle-Um-Mich-Herum-Sind-Verheiratet-Nur-Ich-Nicht-Frustrationen süss. Jetzt aber nähere ich mich unaufhaltbar Bridgets Alter, und da ich mich in einer Bridgets Situation nicht unähnlichen Lage befinde, kann ich mir in dem Fall schon denken, was mich erwartet.

Ausserdem, nach dem ersten Lesen offensichtlich vergessen oder verdrängt: Mark Darcy ist ein Tory-Wähler! Das hat die Grundgerüste meiner Welt dann doch ein wenig erschüttert. Das wäre ja quasi, wie wenn jemand, der mir gefällt, SVP-Wähler wäre. Völlig unmöglich. Denn wir hätten ja dann so ziemlich gegensätzliche Grundideologien (ich mag das Wort Ideologie eigentlich nicht besonders, aber hier ist es doch unvermeidlich, wie ich finde), und so hat man doch irgendwie gar keine gemeinsame Basis, auf der man eine Beziehung aufbauen kann. Aber was weiss ich schon.



Das sind (v.l.) Mark Darcy und Mr Darcy. Ersterer basiert auf Letzterem (und sie sehen sich sogar verblüffend ähnlich, wie ich finde). Und da ich beim ersten Mal Bridget-Lesen Pride & Prejudice weder gelesen noch gesehen hatte, fiel mir erst diesmal auf, wie ähnlich sich Mark Darcy und Mr Darcy sind. Schon allein das mürrische Abseitsstehen bei gesellschaftlichen Anlässen von Mark Darcy, dieser Am-Liebsten-Würde-Ich-Sofort-Verschwinden-Ausdruck, der ist doch auch so typisch für mich Mr Darcy.

Auf jeden Fall ein grosses Dankeschön an Jane Austen und Helen Fielding, dass sie der Frauenwelt die beiden Darcys (Darcies?) geschenkt haben. Das war wirklich nett.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Der Zwiebelkeller

(...) doch in Schmuhs Zwiebelkeller gab es nichts zu essen, (...) da wurden nur Zwiebeln geschnitten. Und warum das? Weil der Keller so hiess und was Besonderes war, weil die Zwiebel, die geschnittene Zwiebel, wenn man genau hinschaut... nein, Schmuhs Gäste sahen nichts mehr oder einige sahen nichts mehr, denen liefen die Augen über, nicht weil die Herzen so voll waren; denn es ist gar nicht gesagt, dass bei vollem Herzen sogleich auch das Auge überlaufen muss, manche schaffen das nie, besonders während der letzten oder verflossenen Jahrzehnte, deshalb wird unser Jahrhundert später einmal das tränenlose Jahrhundert genannt werden, obgleich soviel Leid allenthalben - und genau aus diesem tränenlosen Grunde gingen Leute, die es sich leisten konnten, in Schmuhs Zwiebelkeller, liessen sich vom Wirt ein Hackbrettchen - Schwein oder Fisch -, ein Küchenmesser für achtzig Pfennige und eine ordinäre Feld-Garten-Küchenzwiebel für zwölf Mark servieren, schnitten die klein und kleiner, bis der Saft es schaffte, was schaffte? Schaffte, was die Welt und das Leid dieser Welt nicht schafften: die runde menschliche Träne. Da wurde geweint. Da wurde endlich wieder einmal geweint. Anständig geweint, hemmungslos geweint, freiweg geweint.

Die Blechtrommel von Günter Grass, S. 693

Mittwoch, 5. September 2007

Weisheiten, Teil 8

Darum brauchte man ja Bücher, weil in denen alles anders war.

Melnitz - Charles Lewinsky (S. 54)

Donnerstag, 2. August 2007

Harry Potter: Fazit (Achtung Spoiler!)

Ich hätte es dann auch noch geschafft. Gestern Nachmittag habe ich Harry Potter and the Deathly Hallows fertiggelesen.



Achtung Spoiler!

Ich schreibe hier über den Inhalt von Harry Potter and the Deathly Hallows. Nicht lesen, wenn nicht gewusst werden will, wie das Buch ausgeht!


3...

2...

1...

Frau Rowling, wie konnten Sie nur! Ich habe jedes Ihrer Harry-Bücher gekauft und dabei für die Bände 4, 5 und 6 - weil ich nicht aufs Taschenbuch warten mochte - ein halbes Vermögen ausgegeben (damals war die Buchpreisbindung noch nicht aufgehoben, aber da können Sie ja nichts dafür, und eigentlich bin ich sowieso gegen die Aufhebung, weil ja die kleinen, tollen Läden... aber das tut jetzt hier nichts zur Sache, eigentlich). Und jetzt tun Sie mir das an. Sie töten meinen Lieblingsmenschenwehrwolfcharakter. Lupin ist tot! Das verzeihe ich Ihnen nie. Taminochmal! Wobei, als Harry ihn dann, als er sich von Voldemort töten lassen wollte, mit dem Resurrection Stone zurückholte, fand ich das dann schon wieder versöhnlich, weil er ja nun quasi wiedervereint ist mit Black und den Potters. Aber trotzdem: Sie haben Lupin getötet! Und Fred. Fred ist auch tot. Musste das wirklich sein? Dass George ein Ohr verloren hat, fand ich hingegen ziemlich amüsant.

Aus der Kategorie "Ich habs doch immer gewusst": Sexy Snape ist ein Guter! Ich habe mich die ganze Zeit an die Hoffnung geklammert, dass er doch nicht böse sein kann. Und tatsächlich: er hat doch einfach nur Harrys Mutter so furchtbar fest geliebt. Hach, Snape. Das einzig Positive am letzten Kapitel ist denn auch der Satz von Harry zu seinem Sohn Albus Severus (!): "[Sexy Snape] was probably the bravest man I ever knew." Hach. Ich fand sowieso, er hat sonst zu wenig Anerkennung gekriegt, für das, was er alles getan hat. Und natürlich musste er auch sterben. Grr.

Apropos letztes Kapitel: Dessen einzige Daseinsberechtigung besteht doch darin, dass Frau Rowling sichergehen wollte, dass sie keine weiteren Harry-Bücher schreiben muss, oder? Abgesehen vom erwähnten Satz fand ich diesen Teil völlig bescheuert, unmotiviert und komplett überflüssig. Und ausserdem falsch: In Wahrheit ist es den Protagonisten nach dem Ende nämlich völlig anders ergangen, als es Frau Rowling in dem berüchtigten Kapitel beschrieben hat:

Ron und Hermione (ihre Beziehung ist rein platonisch geblieben, natürlich) haben eine Revolution gestartet und erreicht, dass die Non-Muggles auf der Welt die gleichen Rechte erhalten wie die Muggles. Ron wird dann als erster Nicht-Muggle zum britischen Premierminister gewählt und legt sich einen süssen Assistenten zu. Hermione heiratet schliesslich Viktor Krum, welcher die Nachfolge von Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow (Salamowitsch! hahaha) als russischer Präsident antritt. Hermione fühlt sich hin und wieder etwas benachteiligt, weil sie sich um ihre gemeinsamen 14 Kinder kümmern muss, während ihr Mann das Land regieren darf. Harry wird - wie von Goggi früher angekündigt - Fussballer bei den GC, wird weltberühmt, heiratet Paris Hilton (ich hätte nie gedacht, dass ich sie hier mal erwähne...) und wechselt am Ende seiner Karriere in die USA, wo er von Tom Cruise, der inzwischen neben Stauffenberg auch Goebbels, Speer und Rudi Carrell gespielt hat, eine Willkommensparty geschmissen kriegt. Remus Lupin und Sirius Black auferstehen (oder erstehen auf? Religiöse Menschen, helft mir!) und lassen sich schliesslich, als ultimatives Happy End, quasi, auf dem Standesamt Unterägeri registrieren. And they lived happily ever after.

Und sonst? Ich habe Hogwarts vermisst, also das Dasein und das IndieSchulegehen, und auch die Lehrer haben mir gefehlt. Hagrid, Maggie Smith, Emma Thompson und natürlich Sexy Snape. Zudem hätte ich erwartet, dass Sirius Black wieder auftaucht. Sein Tod erschien mir so seltsam, damals. Und Dumbledore. Wobei: er kam ja zurück, nur nicht als Lebender. Seinen Bruder Aberforth fand ich sympathisch. Zu schade, haben wir ihn nicht früher kennengelernt. Ron ist toll. Ich mag Ron. Genaso Luna. Hermione geht mir noch immer auf die Nerven. Ginny noch mehr. Seit wann ist Draco Malfoy ein Weichei und Neville ein Superheld?

Das Ende, jetzt mal das unsägliche letzte Kapitel ausgeschlossen, - ach, ich weiss nicht. Mich hats nicht überzeugt. Da kämpft er 7 Jahre gegen Voldemort und dann... Es ging irgendwie nicht auf. Und auch die Deathly Hallows - der Resurrection Stone war ja nicht gerade furchtbar hilfreich, denn, obwohl man zwar die Toten zurückholen konnte, fühlten sie sich hier unter den Lebenden nicht mehr wohl, gelinde ausgedrückt. Und wenn Harry aus Angst vor zu viel Macht (und dessen schliesslichem Missbrauch) auf den Elder Wand verzichtet hat, hätte er dann konsequenterweise nicht auch die Invisibility Cloak zurückgeben müssen? Und diese forcierten Liebesgeschichten - vor allem Harry und Ginny - sind einfach nur nervig. Das sind Kinder. In spätestens sechs Monaten sind die alle wieder getrennt. Nämlich.

Etwas habe ich, glaub ich, entweder nicht ganz verstanden oder verpasst: Im - wie ich finde - wundervollen Kapitel King's Cross war doch dieses Ding ("It had the form of a small, naked child, curled on the ground, its skin raw and rough, flayed-looking, and it lay shuddering under a seat where it had been left, unwanted, stuffed out of sight, struggling for breath." p. 566), das immer wieder erwähnt wurde. Was war das? War das dieser Teil von Voldemort, der in Harry drin war?

Der wunderbarste Satz im Buch:

"Of course it is happening
in your head, Harry,
but why on earth should that mean
that it is not real?"

Albus Dumbledore, page 579



Alles in allem, auch wenn ich nicht begeistert bin vom Ende: Herzlich Dank, Frau Rowling, für 7 einzigartige Bücher und für eine tolle Welt, die Sie für uns kreiert haben. Obwohl Sie Lupin getötet haben.

Freitag, 13. Juli 2007

Weisheiten, Teil 7

"Basil, my dear boy, puts everything that is charming in him into his work. The consequence is that he has nothing left for life but his prejudices, his principles, and his common sense. The only artists I have ever known who are personally delightful are bad artists. Good artists exist simply in what they make, and consequently are perfectly uninteresting in what they are. A great poet, a really great poet, is the most unpoetical of all creatures. But inferior poets are absolutely fascinating. The worse the rhymes are, the most picturesque they look. The mere fact of having published a book of second-rate sonnets makes a man quite irresistible. He lives the poetry that he cannot write. The others write the poetry that they dare not realize."

The Picture of Dorian Gray - Oscar Wilde

Dann muss ich ein verdammt guter Poet sein...
Im Ernst: Ich glaube, Mister Wilde hatte schon recht, irgendwie. Je tiefer man in diesem Fantasie-Dings drin ist, desto schlechter ist man im Leben selber. Das ist furchtbar. Und toll. Ich habe mich noch nicht entschieden.

Montag, 2. Juli 2007

Weisheiten, Teil 6

(...) There are moments when one has to choose between living one's own life, fully, entirely, completely - or dragging out some false, shallow, degrading existence that the world in its hypocrisy demands.

Lady Windermere's Fan, Oscar Wilde


Sehr bald wird bei mir wieder Zweites aktuell sein, denke ich. Aber ich hoffe, dass ich, wenn ich in ein paar Jahren genug von alledem habe, es endgültig schaffen werde, ein Leben nach ersterem Schema zu führen.

Montag, 18. Juni 2007

Romeo & Juliet revisited

It wouldn't be love without opposition, would it? I mean, if Juliet's dad had fallen on Romeo's neck and said, 'I'm not losing a daughter, I'm gaining a son,' and Romeo's mum had beamed 'Welcome to the Montague family, Juliet my precious,' it would be a pretty short play.

The Star's Tennis Balls - Stephen Fry

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