Ferien-Zwischenbilanz
- Letzte Nacht hatte ich einen Sympathiekrampf in der rechten Wade. Es tat - um es in den Worten Philip Maloneys auszudrücken - höllisch weh. Magnesiummangel, ich weiss schon. Aber ich traue mich einfach nicht, in eine Turnhalle einzubrechen und den armen Kunstturnerinnen das Magnesium wegzuklauen.
- Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, klingelte in aller Herrgottsfrühe auch noch das Telefon. Weil ich die Nummer nicht kannte und wusste, dass ich mir sonst den ganzen Tag Sorgen gemacht hätte, tat ich etwas für mich völlig uncharakteristisches: ich rief zurück. Vous vous êtes trompée de numéro, Madame, wollte mir ein recht sympathisch klingender Herr weismachen. Ich entgegnete ihm, dass ich mich keinesfalls im Numéro getrompt hätte, sondern dass vielmehr seine Nummer auf meinem Telefon aufgetaucht wäre und ich ihn deshalb freundlicherweise zurückgerufen hätte. Er fragte dann, woher ich komme und sagte, er sei aus dem Kanton Waadt und hätte ja deshalb keinen Grund gehabt, mich anzurufen. Ich sagte dann, ich wisse doch auch nicht, weshalb er mich anrufen wollte, aber auf jeden Fall befände sich nun mal seine Nummer auf meinem Telefon. Das kapierte er, glaub ich, nicht so ganz, vermutlich ist mein Französisch frühmorgens einfach zu unverständlich. Wiedemauchsei, wir waren dann beide désolé und beschlossen, in gegenseitigem Einvernehmen das Gespräch zu beenden. So geht das.
- Ich habe mich dann doch dazu entschlossen, nicht wegzufahren in den Ferien. Ich halte mich da an Martin Suter, der in einem Interview mal gesagt hat, dass sich ein grosser Teil des Schriftstellerlebens sowieso im Kopf abspielen würde und es da dann eigentlich egal sei, wo man diesen hinbette. Ich bin zwar kein Schriftsteller, aber das mit dem Kopf kenne ich durchaus auch. Es immer dasselbe drin, im Kopf, da spielt es tatsächlich keine Rolle, ob sich dieser nun in Paris, Mailand, Brügge oder Hinterpfotenhausen befindet.
- Zwischenbilanz nach einer Ferienwoche: 5 Pullis (schwarz), eine Hose (dunkelgrau) sowie ein Paar Stiefel (irgendwie dunkelbraun oder so) gekauft. Glauben Sie ja nicht, verehrte Leserschaft, dass mir sowas Spass macht. Im Gegenteil. Ich muss zweimal im Jahr Kleider kaufen gehen, im Frühling und im Herbst. Weil ich ja im Sommer und Winter etwas anziehen muss. Und es deprimiert mich zu tiefst, dass ich keine Winterjacke gefunden habe und deshalb nochmals shoppen gehen muss.
- Sehr viel Spass macht es mir hingegen, in einer zweisprachigen Stadt einzukaufen (nicht Kleider, selbstverständlich). Ich finde es immer lustig zu beobachten, wie die Verkäuferinnen abschätzen zu versuchen, ob man denn deutsch- oder französischsprachig ist. Bei mir sagen sie in 95,7 Prozent der Fälle Bonjour. Das muss an meiner frappanten Ähnlichkeit mit Carla Bruni liegen.
- Noch rasch zur aktuellen Trainersituation in Frankreichs Nationalteam: Da möchte ich gerne eine Zeile aus Bob Dylans You're a Big Girl Now zitieren. Gut, so einfach mache ich das der Leserschaft natürlich nicht. Finden Sie den Satz selbst heraus? Als kleine Hilfe verweise ich gerne auf die Kommentare zu diesem sowie diesen Beitrag im Allgemeinen. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt als Preis der Link zu einem netten Interview mit Carlos Varela.
nie - 13. Okt, 14:43


Gelbes Wägeli
Was ist der Wiedemauch für ein Vogel, und was macht dessen Ei in Ihrem zweiten Ferienabschnitt?
item, könnten Sie bitte nicht Dylanologinnen noch einen weiteren Hinweis zum schwierigen Rätsel geben?
In diesem Lied (Worte gibts nach Klick) gibts einfach eine Textzeile, die, wie ich finde, eigentlich auch gut in die Welt des Fussballs passt. Finden Sie sie, die Textzeile?