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Harry Potter: Fazit (Achtung Spoiler!)

Ich hätte es dann auch noch geschafft. Gestern Nachmittag habe ich Harry Potter and the Deathly Hallows fertiggelesen.



Achtung Spoiler!

Ich schreibe hier über den Inhalt von Harry Potter and the Deathly Hallows. Nicht lesen, wenn nicht gewusst werden will, wie das Buch ausgeht!


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1...

Frau Rowling, wie konnten Sie nur! Ich habe jedes Ihrer Harry-Bücher gekauft und dabei für die Bände 4, 5 und 6 - weil ich nicht aufs Taschenbuch warten mochte - ein halbes Vermögen ausgegeben (damals war die Buchpreisbindung noch nicht aufgehoben, aber da können Sie ja nichts dafür, und eigentlich bin ich sowieso gegen die Aufhebung, weil ja die kleinen, tollen Läden... aber das tut jetzt hier nichts zur Sache, eigentlich). Und jetzt tun Sie mir das an. Sie töten meinen Lieblingsmenschenwehrwolfcharakter. Lupin ist tot! Das verzeihe ich Ihnen nie. Taminochmal! Wobei, als Harry ihn dann, als er sich von Voldemort töten lassen wollte, mit dem Resurrection Stone zurückholte, fand ich das dann schon wieder versöhnlich, weil er ja nun quasi wiedervereint ist mit Black und den Potters. Aber trotzdem: Sie haben Lupin getötet! Und Fred. Fred ist auch tot. Musste das wirklich sein? Dass George ein Ohr verloren hat, fand ich hingegen ziemlich amüsant.

Aus der Kategorie "Ich habs doch immer gewusst": Sexy Snape ist ein Guter! Ich habe mich die ganze Zeit an die Hoffnung geklammert, dass er doch nicht böse sein kann. Und tatsächlich: er hat doch einfach nur Harrys Mutter so furchtbar fest geliebt. Hach, Snape. Das einzig Positive am letzten Kapitel ist denn auch der Satz von Harry zu seinem Sohn Albus Severus (!): "[Sexy Snape] was probably the bravest man I ever knew." Hach. Ich fand sowieso, er hat sonst zu wenig Anerkennung gekriegt, für das, was er alles getan hat. Und natürlich musste er auch sterben. Grr.

Apropos letztes Kapitel: Dessen einzige Daseinsberechtigung besteht doch darin, dass Frau Rowling sichergehen wollte, dass sie keine weiteren Harry-Bücher schreiben muss, oder? Abgesehen vom erwähnten Satz fand ich diesen Teil völlig bescheuert, unmotiviert und komplett überflüssig. Und ausserdem falsch: In Wahrheit ist es den Protagonisten nach dem Ende nämlich völlig anders ergangen, als es Frau Rowling in dem berüchtigten Kapitel beschrieben hat:

Ron und Hermione (ihre Beziehung ist rein platonisch geblieben, natürlich) haben eine Revolution gestartet und erreicht, dass die Non-Muggles auf der Welt die gleichen Rechte erhalten wie die Muggles. Ron wird dann als erster Nicht-Muggle zum britischen Premierminister gewählt und legt sich einen süssen Assistenten zu. Hermione heiratet schliesslich Viktor Krum, welcher die Nachfolge von Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow (Salamowitsch! hahaha) als russischer Präsident antritt. Hermione fühlt sich hin und wieder etwas benachteiligt, weil sie sich um ihre gemeinsamen 14 Kinder kümmern muss, während ihr Mann das Land regieren darf. Harry wird - wie von Goggi früher angekündigt - Fussballer bei den GC, wird weltberühmt, heiratet Paris Hilton (ich hätte nie gedacht, dass ich sie hier mal erwähne...) und wechselt am Ende seiner Karriere in die USA, wo er von Tom Cruise, der inzwischen neben Stauffenberg auch Goebbels, Speer und Rudi Carrell gespielt hat, eine Willkommensparty geschmissen kriegt. Remus Lupin und Sirius Black auferstehen (oder erstehen auf? Religiöse Menschen, helft mir!) und lassen sich schliesslich, als ultimatives Happy End, quasi, auf dem Standesamt Unterägeri registrieren. And they lived happily ever after.

Und sonst? Ich habe Hogwarts vermisst, also das Dasein und das IndieSchulegehen, und auch die Lehrer haben mir gefehlt. Hagrid, Maggie Smith, Emma Thompson und natürlich Sexy Snape. Zudem hätte ich erwartet, dass Sirius Black wieder auftaucht. Sein Tod erschien mir so seltsam, damals. Und Dumbledore. Wobei: er kam ja zurück, nur nicht als Lebender. Seinen Bruder Aberforth fand ich sympathisch. Zu schade, haben wir ihn nicht früher kennengelernt. Ron ist toll. Ich mag Ron. Genaso Luna. Hermione geht mir noch immer auf die Nerven. Ginny noch mehr. Seit wann ist Draco Malfoy ein Weichei und Neville ein Superheld?

Das Ende, jetzt mal das unsägliche letzte Kapitel ausgeschlossen, - ach, ich weiss nicht. Mich hats nicht überzeugt. Da kämpft er 7 Jahre gegen Voldemort und dann... Es ging irgendwie nicht auf. Und auch die Deathly Hallows - der Resurrection Stone war ja nicht gerade furchtbar hilfreich, denn, obwohl man zwar die Toten zurückholen konnte, fühlten sie sich hier unter den Lebenden nicht mehr wohl, gelinde ausgedrückt. Und wenn Harry aus Angst vor zu viel Macht (und dessen schliesslichem Missbrauch) auf den Elder Wand verzichtet hat, hätte er dann konsequenterweise nicht auch die Invisibility Cloak zurückgeben müssen? Und diese forcierten Liebesgeschichten - vor allem Harry und Ginny - sind einfach nur nervig. Das sind Kinder. In spätestens sechs Monaten sind die alle wieder getrennt. Nämlich.

Etwas habe ich, glaub ich, entweder nicht ganz verstanden oder verpasst: Im - wie ich finde - wundervollen Kapitel King's Cross war doch dieses Ding ("It had the form of a small, naked child, curled on the ground, its skin raw and rough, flayed-looking, and it lay shuddering under a seat where it had been left, unwanted, stuffed out of sight, struggling for breath." p. 566), das immer wieder erwähnt wurde. Was war das? War das dieser Teil von Voldemort, der in Harry drin war?

Der wunderbarste Satz im Buch:

"Of course it is happening
in your head, Harry,
but why on earth should that mean
that it is not real?"

Albus Dumbledore, page 579



Alles in allem, auch wenn ich nicht begeistert bin vom Ende: Herzlich Dank, Frau Rowling, für 7 einzigartige Bücher und für eine tolle Welt, die Sie für uns kreiert haben. Obwohl Sie Lupin getötet haben.

Goggi (Gast) - 3. Aug, 07:11

Nie! Herrlich! Herrlich!
Einfach geil Dich zu lesen
Nie... ich weiss noch nicht mal wie Du heisst. Für alle Fälle StefaNIE? Oder bist Du ein Fabelwesen? Ein Fabelwesen der jonglierten Wörter :-)

nie - 3. Aug, 10:26

Herzlichen Dank!
Haha, neinnein, du hast schon recht mit deiner Vermutung. Wobei: vermutlich bin ich schon eher ein Fabelwesen. Oder ein Alptraumwesen, eher. Wobei: Alptraum schreibt man ja jetzt mit B. Und das tut wieder einmal gar nix zur Sache. Ha.

Goggi ist übrigens auch nicht so einfach zu interpretieren. Gogginho? His Royal Goggness?
monsieur fischer (Gast) - 3. Aug, 14:53

schliesse mich dem lob von goggi (coci?) für einmal an ;-) wirklich toll geschrieben diese abschliessende zusammenfassung. fast zu schade "nur" hier im blog.

hoffe es geht dir gut? ps: warst du im stadion gestern??

nie - 3. Aug, 21:03

danke, danke!

mir gehts bestens, merci, und dir? ich habe gestern tatsächlich den glorreichen 4:0-erfolg und die beiden tore von johannes paul bejubelt, ja. ausserdem glaube ich, schon wieder den herrn saibene gesehen zu haben (bin mir aber nicht 100%ig sicher). der harut war aber definitiv auch da.

und jetzt schon wieder gegen franzosen im uefa-cup... eigentlich hat mir zweimal marseille gereicht.

ach ja, das musik-stöckchen bei dir gefällt mir. ich werde es mir am wochenende klauen. :)

Google wird es dir danken

Wahnsinn. Du dürftest mit diesem Artikel alle interessanten Keywords (Paris Hilton, Harry Potter, Tom Cruise etc.) getroffen haben. Mal sehen, ob Deine Pageaufrufe jetzt explodieren :-)

Es ist immer gut die richtigen Beziehungen zu haben. Ich bin mir sicher, Hermine wollte nicht, dass ihre "Karriere" als treusorgende Ehefrau bekannt wird. Also hat J.K. einen Deckmantel des Schweigens über diesen unrühmlichen Part ausgebreitet (Jahrgangsbeste und dann Superehefrau).

Sehr witziger Artikel. Ich gestehe, mich hat weniger Lupins Tod gestört, als die Beiläufigkeit mit der er und Tonks sterben. Trotzdem ein tolles Buch.

nie - 3. Aug, 21:10

vielen dank! :)

das mit den keywords ist mir gar nicht aufgefallen, resp. war nicht geplant. ich brauchte einfach eine frau wie victoria beckham für harry, und da war paris hilton naheliegend. und tom cruise bot sich auch gerade an (victoria beckham war wohl ein weiteres keyword. ;) )

ja, eben, hermione wäre wohl schon nicht so begeistert, mit ihren fähigkeiten hinter ihrem mann stehen zu müssen.

genau, die beiläufigkeit von lupins tod hat mich auch gestört. das gleiche bei snape. der mann hat die ganzen sieben jahre enorm viel riskiert, aber zurückbezahlt bekommt ers nicht, irgendwie.
monsieur fischer (Gast) - 4. Aug, 17:06

mir gehts gut. danke. ok, nicht schlecht. das wetter macht mir etwas zu schaffen... frieren, schwitzen etc etc.

du klaust bei mir? skandal... hihi... nein, nimm nur. macht echt spass das stöckchen. bin gespannt, was bei dir kommt. ausser bob dylan ;-)

jaja, die franzosen. heute beginnt wieder ihre meisterschaft. auf teleclub käme sogar OM. aber nein, wir müssen an einen ollen geburi ;-) und die anderen franzosen schlagt ihr. ganz bestimmt.

lieber gruss!
Liv (Gast) - 13. Aug, 13:13

Also..

Das letzte Kapitel: Schlechte Fanfiction, gell? Furchtbar schlechte Fanfiction um ehrlich zu sein. Aber Albus Severus, hach *schmelz* the bravest man... *schmelz* Mein Severus *schmacht*

Das Ende sonst.. na ja, ich hatte mich damit angefreundet, dass er sich opfern muss, fand es beinahe schon gut, dann kehrt sie wieder in die andere Richtung.. tja..

nie - 13. Aug, 13:29

Ganz genau. Furchtbar schlechte Fanfiction. Das trifft es ziemlich gut, finde ich. Über den "bravest man" habe ich mich auch sehr gefreut, für mich war da das letzte Kapitel schon wieder ein wenig versöhnlicher. Aber trotzdem. Grr.

Ja, ging mir auch so. Ich hätte es sehr mutig gefunden von ihr, wenn sie ihn hätte sterben lassen. Aber vermutlich hätte sie nachher nie mehr auf die Strasse gehen können oder so. ;)