Bridget Jones und die Tories

Es war eine sehr gute Idee, über die Festtage die beiden Bridget-Jones-Bücher (1/2) zu lesen. Nicht besonders anspruchsvolle, aber dennoch sehr tolle Unterhaltung. Eines ist allerdings beängstigend: Vor etwa fünf Jahren, als ich die Bücher zum ersten Mal gelesen habe, fand ich ihr Leben und ihre Alle-Um-Mich-Herum-Sind-Verheiratet-Nur-Ich-Nicht-Frustrationen süss. Jetzt aber nähere ich mich unaufhaltbar Bridgets Alter, und da ich mich in einer Bridgets Situation nicht unähnlichen Lage befinde, kann ich mir in dem Fall schon denken, was mich erwartet.
Ausserdem, nach dem ersten Lesen offensichtlich vergessen oder verdrängt: Mark Darcy ist ein Tory-Wähler! Das hat die Grundgerüste meiner Welt dann doch ein wenig erschüttert. Das wäre ja quasi, wie wenn jemand, der mir gefällt, SVP-Wähler wäre. Völlig unmöglich. Denn wir hätten ja dann so ziemlich gegensätzliche Grundideologien (ich mag das Wort Ideologie eigentlich nicht besonders, aber hier ist es doch unvermeidlich, wie ich finde), und so hat man doch irgendwie gar keine gemeinsame Basis, auf der man eine Beziehung aufbauen kann. Aber was weiss ich schon.

Das sind (v.l.) Mark Darcy und Mr Darcy. Ersterer basiert auf Letzterem (und sie sehen sich sogar verblüffend ähnlich, wie ich finde). Und da ich beim ersten Mal Bridget-Lesen Pride & Prejudice weder gelesen noch gesehen hatte, fiel mir erst diesmal auf, wie ähnlich sich Mark Darcy und Mr Darcy sind. Schon allein das mürrische Abseitsstehen bei gesellschaftlichen Anlässen von Mark Darcy, dieser Am-Liebsten-Würde-Ich-Sofort-Verschwinden-Ausdruck, der ist doch auch so typisch für
Auf jeden Fall ein grosses Dankeschön an Jane Austen und Helen Fielding, dass sie der Frauenwelt die beiden Darcys (Darcies?) geschenkt haben. Das war wirklich nett.
nie - 6. Jan, 14:39

